Gestern habe ich mir eine DVD angeschaut die eigentlich ganz interessant war. Es handelt sich um den Film die klassische Reitkunst von Anja Beran. Was mir aufgefallen ist, wenn se einem Pferd was beibringen Loben sie es schon und auch viel, allerdings beschränkt sich das auf ein braaaaav und streicheln. Klar es ist ihr Job aber irgendwie ist das doch seelenlos? Wenn meine Maus was richtig gemacht hat freuen ich mich total lobe sie und streicheln sie überschwänglich. Das Pferd soll ja merken das dass gerade echt super war was es gemacht hat. Meine Lieblingsworte sind prima und super. Leckerchen gebe ich sehr sehr selten weil Madam sich dann so aufs Leckerlie schnappen konzentriert das nach allem geschnappt wird egal ob Handy oder Hand....
Es kommt ein bisschen drauf an, welche Lektion ich da belohne...
Wenn Twister etwas richtig gemacht hat, was neu für ihn ist und was er bisher gar nicht oder falsch umgesetzt hat, belohne ich ihn auch sehr überschwänglich mit Stimme und Streicheleinheiten. Und vor allem bekommt er eine Arbeitspause!
Wenn er etwas richtig macht, was wir seit Jahren regelmäßig im Training umsetzen und was sicher in seinem Kopf verankert ist, belohne ich ihn nur mäßig über die Stimme. Zum Beispiel bei Tempo- oder Richtungswechseln im Roundpen oder so.
Von Futterbelohnungen sehe ich auch ab, weil er dann drängelt und zwickt Einzig nach einer längeren Trainingseinheit (über 20 min), bekommt er etwas Kraftfutter aus seiner Schüssel (nicht aus der Hand). Da freut er sich auch drüber
Arbeitspausen nutze ich auch viel. Gerade bei Dingen die wo ihr nicht so leicht fallen nutze ich das sehr gerne. Und mir hilft das auch, da ich doch dazu neige mich zu sehr auf das Training zu versteifen und dann kommt der Punkt wo nichts mehr klappt und es nur noch frustrierend wird...
Ja das mit dem kraftfutter handhabe ich auch so. Wobei ich eigentlich jeden Tag eine Portion Grascobs füttere, allerdings auch immer drauf angepasst was se leisten muss und Dan gegebenenfalls noch bissle Müsli dazu packe... Das hat se mittlerweile auch raus, wenn ich nach getaner Arbeit in die sattel Kammer gehe, das es dann was gutes gibt
Gutes Thema! Loben ist eigentlich etwas, was viele echt mehr machen könnten - ich auch!
In der Bodenarbeit Belohne ich inzwischen ganz viel mit Pausen - bei zu vielen Leckerchen wird Schimm einfach zu gierig, da gibt es höchstens eins, wenn er wirklich etwas herausragend gut gemacht hat, oder er einen Fortschritt in einer Übung erzielt hat, die ihm schwer fällt. Das sind vielleicht 2-3 Mini-Leckerchen... Ansonsten gibt es halt beim Kompliment Leckerchen, da mir das mit der Fußlonge echt zu gruselig ist. Ansonsten Lobe ich hier auch viel mit Stimme.
Beim Reiten oder direkt danach gibt es keine Leckerchen, da bin ich gar kein Freund von. Solange ein Gebiss im Maul ist, muss das echt nicht sein - die einzige Ausnahme ist, wenn wir uns mal aus Jux beim Ausreiten einen kleinen Apfel vom Baum pflücken - dass er selbst den gut kauen kann, spricht meiner Meinung nach ziemlich für die Verschnallung unserer Trense
Beim Reiten Lobe ich über Stimme und Klopfen am Hals - vielleicht nicht immer super überschwinglich, aber das ist insgesamt nicht meine Art, also merkt er da doch ziemlich genau die Unterschiede. Meine Favoriten sind hier "Ja sooo" und "Guter". Ich habe das Gefühl, dass das sehr gut bei ihm ankommt. Nach seinen 5 Tagen Boxenknast wegen des gezogenen Eisens war er beim folgenden Reiten recht spannig und ich habe versucht, ich vor allem vorwärts-abwärts zu bekommen. Sonst lässt Schimm sofort den Kopf fallen und streckt sich, wenn man ihm die Zügel lang lässt, aber gestern hat man einfach gemerkt, dass es ihm schwer fiel. Er hatte immer die Tendenz nach unten, hat dann aber wieder den Kopf hochgezogen, weil dann wohl doch was gezwickt und gezackt hat. Ich habe dann jede Tendenz nach unten wie üblich mit Stimme gelobt und sofort hat er versucht, etwas länger unten zu bleiben, bis er dann endlich ganz locker war. Ich denke, wenn es einfach nicht die eigene Art ist, dann muss man nicht unnatürlich gelünstelt loben, sondern man sollte so loben, dass es beim Pferd ankommt. Woran ich echt arbeiten muss, ist das Loben in Situationen, die mir noch schwer fallen und mir viel Konzentration abverlangen. Ich habe ein ziemliches Hohlkreuz und als wir die Tage daran gearbeitet haben, war ich super angespannt und konnte an gar nichts anderes mehr denken, als irgendwie mit den Bauchmuskeln die Wirbelsäule nach hinten zu drücken - wisst ihr, was ich meine? - dass ich kaum etwas anderes wahrgenommen habe. Meine Reitlehrerin hat mich ermahnt, mich dennoch nicht in den Zügel zu hängen. Ich habe sofort lockerer gelassen, Schimm hat nachgegeben, ich habe ihn schnaufender Weise kurz mit zwei Worten gelobt, viel weniger, als er verdient hätte und er ist gleich losgelaufen wie ein Dressurprofi. Er ist der absolute "Pleasureboy", er will einfach gefallen und freut sich über jedes noch so kleine Wort - ich sollte ihm echt mehr davon gönnen, das hat er sich verdient.
Kraftfutter nach dem Training sehe ich jetzt nicht unbedingt als Belohnung, gerade weil ich nicht weiß, inwiefern das noch mit dem Reiten in Bezug gebracht wird. Außerdem bekommt Schimm ja dreimal täglich sowieso eine große Kelle Hafer und je nach dem, wann wir gerade reiten, wartet der sowieso auf ihn. Allerdings packe ich ihm etwas Leinöl, Müsli, Äpfel und Möhren je nach Belastung mit dazu, da der Gute echt noch ein paar Kilos vertragen kann. Ich hoffe, das wird jetzt nach der Wurmkur. Die Futtermenge passt, die Arbeit ist nicht zu viel und an den Zähnen musste auch nichts gemacht werden. Trotzdem hat er gerade mal 2-3 Löcher am Bauchgurt mehr drauf, da sollte noch was kommen. Wir hoffen jetzt, dass es jetzt mehr wird, sonst muss der Tierarzt nach weiteren Gründen suchen. Immerhin nimmt er nicht mehr ab...
"Die Menschen sind Rivalen im Wettkampf, aber geeint und Freunde durch ihr Ideal in der Ausübung ihres Sportes und noch mehr im täglichen Leben." Jigoro Kano
Was ich auch immer wieder sehe, z.b. beim Einreiten des Pferdes, dass zur Konditionierung Futter verwendet wird, also nicht nur zur Belohnung. Wir selber müssen gerade Flicka wieder an die Kutsche gewöhnen, da sie seid unserem Unfall immer Angst hat vor Geräuschen von hinten. Wenn Sie ruhig bleibt, bekommt sie ein Leckerli. Letzten Endes nutzen wir die Gier nach etwas leckerem aus, damit wir sie wieder an das ganze gewöhnen und sie es positiv verbindet. Wie würdet ihr belohnen in Angstsituationen? Wenn sie keine Angst hat, was ja eigentlich in der täglichen Arbeit normal sein soll, mache ich das auch so, eher mit Stimme und Pause zu belohnen. Ich bin aber Leckerlis auf keinen Fall abgeneigt, wobei Flicka auch kein Pferd ist, dass anfängt zu schnappen. Ansonsten gibt es natürlich auch die Möglichkeit ein Kommando beizubringen, dass nur ein Leckerli gegeben wird, wenn das Pferd z.b. Sich etwas weg dreht mit dem Hals. Loben halte ich auf jeden Fall für sehr wichtig. Ich habe das früher vielleicht zu wenig gemacht. Inzwischen bin ich da aber sehr zufrieden.
Ich nutze bei Futterlob das Clickertraining, da ich mir Merlin so vom leib halten kann, weil er weiß, dass er nur nach dem KLICK was bekommt und auch nur wenn er mich nicht überfällt. da muss man eben konsequent nur dann füttern, wenn das pferd auch was gemacht hat, also nie einfach so ein leckerlie geben
Ich habe die DVD von Anja Beran auch, Sie gibt ja auch ab und zu ein leckerlie und ich glaube die hauptbelonung ist die Pause. sobald das pferd gute ansätze zeigt wird gestoppt und gelobt. Natürlich ist die beziehung zu den berittpferden schätzungsweise nicht so innig wie zu einem eigenen pferd, daher kommt wahrscheinlich die distanz ...
Das mir mein Pferd das liebste sei, sagst du o Mensch sei Sünde! Mein Pferd bleibt mir im Strurme treu, der Mensch nicht mal im Winde!
Das kann auch sein... aber es ist doch irgendwie schade wenn ein Pferd, sei es berittene oder eigenes, so kühl behandelt wird... Vielleicht sieht man das auch einach anders wenn man beruflich auch mit pferden zu tun hat...
Nachdem der Boden jetzt gefroren ist und man echt nicht viel machen kann, wollt ich mal wider bissle was machen wo se ihren Kopf anstrengen muss. Sprich bissle spanischer schritt, Kompliment und noch so kleine tricks. Das klappt halt wirklich am besten mit Leckerlie... es gab nicht viele aber nach ner Zeit hat se bei jedem stimmt Lob aufs Leckerlie gewartet und is mir an der Tasche geklebt. Obwohl se nicht mal jedes mal welche gegeben hat...
Ronja hast du schon mal klickern probiert? damit lernt das pferd das erst nach dem klick ein leckerlie kommt und nicht nach jeder belohnung über stimme....
Das mir mein Pferd das liebste sei, sagst du o Mensch sei Sünde! Mein Pferd bleibt mir im Strurme treu, der Mensch nicht mal im Winde!
Das habe ich mir auch schon mal überlegt, aber davon is die Besitzerin nicht so überzeugt davon gewesen. Sie ist halt doch "nur" meine reitbeteiligung...
Ich habe es mal mit dem clicker Training versucht....mein Timing ist dafür zu schlecht. Situation /richtiges verhalten erkennen clickern lekkerlie. ...das dauert mir zu lange und ich bin damit beschäftigt krampfhaft auf den clickmoment zu warten. Jack ist mittlerweile auf ein lobwort konditioniert. Das klappt super! Meine stimmenlage verändert sich je nach Übung auch. Mal normal wenn wir die Aufgabe können und " quietschig" wenn wir was neues lernen. Das nimmt jack super an und dabei gibt es fleissig lekkerlie. Ich kann auch die Bücher von marlit wendt empfehlen. Da stehen gute tipps drinne. Nur wenn ich komplett nach positiver Freude strahle und jack lekkerlie und streichle nimmt er das auch für voll. Mit pausen kann er noch nix anfangen obwohl wir das auch im Training einbeziehen. Wir haben jetzt ein gutes Jahr gebraucht um die richtig lobformel für jack zu finden
Auf dem Pferd lobe ich meist mit Streicheln oder Klopfen und auch manchmal mit Stimme. Nach dem Reiten gibt es IMMER Leckerlis Selten auch vorher wenn was sehr gut war.
Kommt drauf an. Flori ist total verfressen ungeachtet für Leckeren alles. Dabei ist er auch sehr vorsichtig. Aber man merkt dann eben auch das er das nur für den Keks macht (zumindest bei mir). Daher mache ich es bei Florian so das er bei großen tollen Sachen ein Leckeren bekommt aber zwischendurch eben mal "nur"gelobt wird. Findet er nicht immer lustig, aber naja. Luna bekommt keine Leckerchen da sie aus Krankheitsgründen keine darf. Zum Glück ist sie ein schmusen und geht viel nach der Stimme. Aber gelobt wird bei ihr weniger überschwänglich da sie sich als Blindfrosch sonst erschreckt. Bei ihr ändere ich dir Stimmlage und die Intensität der Streicheleinheit.