ich hoffe ihr habt den ein oder anderen Tipp für mich. Ich habe meine Stute noch nicht so lange und ich muss sagen, ich bin bisher sehr zufrieden und ich hab sie richtig gern. Wir arbeiten aktuell ausschließlich vom Boden aus, da sie unterm Reiter kaum Erfahrung hat und keine solide Grundausbildung genossen hat. Mein Plan war also, erstmal unsere Beziehung vom Boden aus stärken und Grundlagen wie Stimmkommandos, auf Druck weichen etc mit ihr zu erarbeiten, bevor wir an der reiterlichen Ausbildung weiter arbeiten. Ich habe eine sehr gute Westerntrainerin an der Hand, die nach NHS mit uns arbeitet. Und in den gut 2 Monaten haben wir schon schöne Erfolge erzielt. Mit meiner Trainerin konnte ich das Fixiertsein auf Wallache noch nicht besprechen und abgesehen davon, schätze ich Eure Meinung hier im Forum auch sehr und vielleicht hat ja mal jemand ähnliches erlebt
Nun aber zurück zum Thema: Meine Stute ist 7 Jahre alt und wie gesagt noch nicht so gut ausgebildet, ich habe auch das Gefühl, das partnerschaftliche Zusammenarbeiten mit dem Menschen ist ihr noch fremd. Aktuell üben wir Spazieren gehen, da uns bald ein Umzug bevor steht für den wir eine Stunde Fußweg hinter uns bringen müssen. Das klappt meistens ziemlich gut, durch unser vorhergehendes Führtraining läuft sie sehr gut mit, klar sieht sie sich sehr viel um, da ihr vieles noch fremd ist. Sie ist in ihrer Herde die ranghöchste und insgesamt wirklich sehr dominant, womit ich meistens ganz gut zurecht komme. Treffen wir allerdings auf fremde Wallache (Die Wallache am Hof interessieren sie schon gar nicht mehr) baut sie sich auf, tänzelt herum, hebt die Schweifrübe und lässt so richtig den Vollblutaraber in ihr raushängen. Sie tänzelt also so um mich herum, ohne auf mich rücksicht zu nehmen, ich habe große Mühe, sie einigrmaßen auf Abstand zu halten. An eine angemessene Führposition ist hierbei gar nicht mehr zu denken. Wenn ich sie zu stark in ihre Schranken weise, also sie davon abhalte zu tänzeln, sie mal zurück schicke und sie mich nicht überholen lasse, beginnt sie sich zu wehren, schüttelt den Kopf und macht kleine Hopser. Ich möchte das ehrlich gesagt nicht ausreizen, bis sie dann vielleicht mal steigt, denn dann verliere ich den "Kampf" sicherlich. Also lasse ich sie momentan noch tänzeln und passe einfach auf, das sie mich nicht über den Haufen rennt. Wenn wir schon in der entfernteren Umgebung einer Wallachherde sind, legt sie an Tempo zu und hat es richtig eilig, schon hierbei lässt sie sich kaum zurückhalten. Sobald wir die Herde hinter uns gelassen haben, hört ihre Tanzeinlage auf und sie kann sich wieder auf mich konzentrieren und lässt sich dann auch wieder ordentlich führen. Das Ganze ist unabhängig von ihrer Rosse.
Ich bin einfach in den Momenten sehr verunsichert, weil ich merke wenn ich zu viel verlange würde sie sich richtig wehren, aber so lassen möchte ich die Situation auch nicht, da sie mich dann ja null respektiert oder beachtet und auch das mitunter mal gefährlich werden könnte.
Ich bin dankbar für jegliche Art von Tipps, Ideen oder Erfahrungsberichte!
Wie du schon schreibst arbeitet ihr ja momentan an der Bodenarbeit, ich denke wenn du da weiter machst und ihr auch zeigst, dass du ihr "Führer" sein kannst, wird sich das gut einstellen. Das du in so einer Situation verunsichert bist, merkt deine Stute natürlich und dadurch kommt dann vielleicht auch teilweise dieses Verhalten. Wenn sie dich überholt würde ich sie sofort rückwärts schicken und auf dich aufmerksam machen. Heißt du machst dich groß, aufrecht und nimm auch dein Seil und hau das z.B. auf deine Jeans oder deine Jacke um auf dich aufmerksam zu machen. Hilft das nicht würde ich ihr auch mit dem Seil einen auf die Brust geben. Beruhigt sie sich gar nicht wäre es auch gut sie dann sofort (insofern das möglich ist) arbeiten zu lassen. Heißt rückwärts richten, longieren, einfach eine Aufgabe geben, damit sich die Aufmerksamkeit wieder auf dich richtet.
Ich habe übrigens auch so einen, allerdings ist es von Tag zu Tag unterschiedlich, mal spielt er sich total auf, wenn wir andere Pferde begegnen, ein andermal guckt er nur. Mittlerweile klappt es jedenfalls durch diese paar Sachen sehr gut bei uns.
** At the End of the Day, your feet should be dirty, your hair messy and your eyes sparkling **
ich wollte mich nochmal zu diesem Thema melden. Wir haben schon eine ganz gute Basis erarbeitet. Da meine Stute extrem dominant ist und zu jeder Zeit die Führung übernehmen will, lasse ich sie mit dem Kopf nie vor meine Schulter. (Sobald sie die Nase vor mir hat beginnt sie zu drängeln und versucht zu bestimmen.) Auf diese Art und Weise habe ich es geschafft, dass sie sich sehr gut auf mich einlässt, mir mehr vertraut und sichtlich auch entspannt. Es scheint ihr gut zu tun, die Verantwortung von mit "weggenommen zu bekommen" und sich von mir leiten zu lassen. Sie richtet sich dann gut nach mir ist aufmerksam und hält problemlos meinen gewünschten Abstand ein. Nur auf diese Art und Weise kann sie sich mal entspanen und ihre Daueraufmerksamkeit auf alles ablegen. Ich achte auf meine Körperhaltung und Körpersprache, aber auch auf meinen mentalen Zustand, auf meine Gedanken um zu jeder Zeit souverän zu sein und für sie eine angemessene Führungspersönlichkeit zu sein. Es ist wunderschön, was wir so schon für Erfolge erzielt haben und wir haben schon den ein oder anderen schönen Spaziergang zusammen erlebt.
Allerdings, sobald sie irgendwo andere Pferde sieht, riecht oder gar hört, fängt sie an zu wiehern und tänzeln. Ich dränge sie dann nicht mehr hinter mich, sondern lasse sie tatsächlich auch überholen, da sie dies mit Kraft umsetzt und sich, wenn man behutsam (mit Köpersprache, einem leichten Ziehen am Strick oder nach vorne, ohne Berührung, mit einem Stick begrenzen) auf sie einwirken möchte, wehrt. Sie schaut sich erregt um, wird etwas schneller und tänzelt so ihren Kopf an mir vorbei, in den allermeisten Fällen bleibt sie jedoch bei mir, so dass ich dann neben ihrer Schulter gehe, sie allerdings von dort aus nicht mehr ausreichend kontrollieren kann, ich habe große Mühe die Richtung vorzugeben und sie anzuhalten bedarf enormes Fingerspitzengefühl und trotzdem auch Kraft. Ich habe in den SItuationen meistens Zug auf dem Strick. Wenn man sie jedoch zu sehr bedrängen würde (also z.B. am Strick schütteln, energisch mit einem Stick vor der Nase wedeln oä.) wehrt sie sich. Sie schlägt dann mit dem Kopf und wenn man dann wieterhin darauf besteht, dass sie das tut was man verlangt, steigt sie.
Ich habe aktuell die Strategie, sie in den Situationen vor mir zu tänzeln zu lassen, ohne etwas zu verlangen, damit ich sie nicht zum Steigen bringe. Wenn wir an den Pferden vorüber sind und sie sich nach und nach beruhigt, bringe ich sie behutsam wieder an den "richtigen" Platz und frage meine Kommandos wie Anhalten, Rückwerts o.ä ab, um sie wieder auf mich zu fokussieren. In der Regel beruhigt sie sich nach einigen Minuten und lässt sich wieder wie gehabt brav führen.
Ich habe den Eindruck, ihr Adrenalin steigt in den Momenten und sie kann kaum anders. Es kommt der hohe Vollblutanteil zum Vorschein und sie posiert quasi, ist sehr erregt, aber auch aufgeregt und wirkt nicht sehr souverän. Wenn man sie in diesem "Wahn" stört, fühlt sie sich bedrängt und scheint nicht mehr ruhig oder lösungsorientiert denken zu können. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob meine aktuelle Strategie die richtige ist und hoffe ihr könnt mir diverse Erfahrungsberichte, Meinungen, Idee, mitteilen.
Das hört sich doch noch sehr bedenklich an... Hast du einen guten Bodenarbeitstrainer /Natural horsemanship Trainer in deiner Nähe? Ich würde das mit einem Trainer besprechen und gemeinsam eine Lösung suchen
Es gibt keinen perfekten Reiter Nur ein perfektes Team
Ja, ich habe eine ganz tolle NHS Trainerin. Bislang habe ich dieses Thema noch nicht eingebracht, aber das habe ich definitiv vor. Wollte vorab schonmal hören, ob ihr auch Pferde kennt, die so intensiv auf Begegnungen mit fremden Pferden reagieren und welche Erfahrungen ihr im Training mit diesem Thema gemacht habt.