Oben im Betreff stehende Macke hat mein Moritz. Ich konnte es ihm schon weitestgehend abgewöhnen, dass er durch den Stromzaun in die Koppel rein rennt. Nur bleibt er nie neben mir stehen und wartet, bis ich das Tor zugemacht habe. Phasenweise klappt es schon recht gut, er bleibt kurz neben mir stehen und wartet, aber nie so lange das ich dieses Verhalten loben kann. Habt ihr ne Idee wie ich an die Sache rangehen kann?
"Pferde brauchen Geduld. Wenn man sich benimmt, als hätte man nur 15 Minuten Zeit, dann braucht man einen Tag. Benimmt man sich aber, als hätte man einen ganzen Tag Zeit, dann braucht man nur 15 Minuten.“ Monty Roberts
Hm... ich denke, das ist eine reine Erziehungssache. Er scheint dich nicht zu respektieren sondern will seinen eigenen Kopf durchsetzen. Ich würde mal versuchen, am Koppeleingang etwas "Bodenarbeit" mit ihm zu machen. Sowohl außerhalb als auch innerhalb des Zauns. Also hauptsächlich für seinen Kopf, damit er sich auf dich konzentriert. Einfach ein bisschen im Kreis führen, halten, rückwärts richten. Wenn er das akzeptiert und nicht nach der Koppel giert, kannst du ihn ja auf die Wiese entlassen Ich könnte mir vorstellen, dass die Sache langfristig und mit Geduld besser wird, wenn Moritz lernt auf das zu warten, was du von ihm verlangst bzw. ruhig zu bleiben, bis du ihn in die Koppel entlässt.
Ich habe tatsächlich überlegt, anlässlich des anstehenden Sommerwiesenauftakts ein Video zum Thema Pferd auf die Wiese führen zu machen. Anfangs habe ich das gemacht wie die meisten anderen Leute - wurde mir ja nicht anders gezeigt. Strick nur durchziehen, Tor aufhalten, laufen lassen. Mit Schimm ging das auch immer ganz gut, auch wenn er dann natürlich ganz gerne losgerannt ist - hat ja keinem weh getan. Dann habe ich in meinem ersten Winter mit Schimm einen 3jährigen zu ihm auf den Paddock bringen wollen und machte es genauso. Der Kurze schoss los und machte einen "Freuden-Buckler", weil es endlich rausging. Dabei flog die Hinterhand sehr hoch in die Luft und das ziemlich nah neben mir. Das war mir so lebhaft in Erinnerung geblieben, dass mir heute noch ein kalter Schauer bei dem Gedanken daran über den Rücken läuft. Ich habe nach Alternativen gesucht und bestehe jetzt darauf, dass sich das Pferd, das ich auf die Wiese/auf den Paddock führe, mit der Hinterhand von mir wegdreht. Schimm hat das sehr schnell verstanden. An sich lässt sich seine Hinterhand sehr gut verschieben. Außerdem hat er jedes Mal fürs Umdrehen ein Leckerchen bekommen, sodass er es inzwischen von selbst macht. Das hat dann sogar beim Sommerwiesenauftakt letztes Jahr funktioniert, während alle anderen Pferde losgebrettert sind wie bekloppt. In der Bodenarbeit und im Alltag am Stall würde ich das nach Möglichkeit bei jedem Durchgang fordern. Egal, ob es durch die Hallentür, in die Führanlage, in die Box, auf den Paddock oder sonstwohin geht. An sich sollte das Verschieben der Hinterhand gefestigt werden und man kann sich ja auch, wie Claudia in ihrem Video zum Pattern-Reiten mit der SFH gezeigt hat, ein Tor aus Sprungständern oder Pylonen basteln. Bei Schimm verbinde ich das inzwischen mit dem Clickern. Das hat auf unserer Winterwiese sogar so gut funktioniert, dass er brav mit dem Kopf zu mir stehen geblieben ist, während Capella schon losgerannt ist. Ich clicker einmal das Umdrehen und Stehenbleiben, dann nehme ich ihm das Halfter ab und verlange nochmal das mit Katharina etablierte "passive Betteln". Er muss also von mir weggucken und bekommt dafür ein Leckerchen. Er stiefelt dann erst los, wenn ich das Tor geschlossen habe und schaut immer, ob ich nicht doch noch etwas von ihm will. Das ging soweit, dass ich ihn schon wegschicken wollte und er mir dann das Yo-Yo Game angeboten hat. Die Wiese und die anderen Pferde waren völlig vergessen. Mit der Übung habe ich also sehr gute Erfahrung gemacht.
Problematischer ist es jetzt bei Schimms Kumpel Tango, den ich mit rausstelle. Der wird bald 6 und scheint momentan ganz arg Pubertät zu haben. Erst hat er immer versucht, mich in den Arm zu beißen und hat eine entsprechende Ansage bekommen. Jetzt fängt er an, immer früher auf die Wiese oder den Paddock zu schießen. Bis vor kurzem konnte ich ihn zumindest noch umdrehen, jetzt hat er mich einmal über den Haufen gerannt und ist in das erst leicht geöffnete Metalltor gesprungen, das ich dann natürlich nicht mehr halten konnte. Jeder kann sich vorstellen, wie viel Schwung man nach vorne bekommt, wenn man mit seinem ganzen Gewicht eine Tür öffnen will, die ein anderer zu hält, der dann plötzlich weg ist. Ich hatte echt Sorge, dass das Pferd jeden Moment einen Purzelbaum hinlegt! Jetzt bin ich mit der Besitzerin auf Fehlersuche, die natürlich überhaupt nicht begeistert von seinem Verhalten ist. Bei ihr macht er aber natürlich nichts, sodass sie sich schwer vorstellen kann, wie es abläuft.
"Die Menschen sind Rivalen im Wettkampf, aber geeint und Freunde durch ihr Ideal in der Ausübung ihres Sportes und noch mehr im täglichen Leben." Jigoro Kano
Zitat von TwistAroundHm... ich denke, das ist eine reine Erziehungssache. Er scheint dich nicht zu respektieren sondern will seinen eigenen Kopf durchsetzen.
Das mochte ich nicht so direkt formulieren, aber ich stimme Claudia da zu! Nicht böse sein oder falsch verstehen, hier meint das ganz sicher niemand als Vorwurf oder dergleichen Ich bin auch der Meinung, dass die Amgelegenheit über Bodenarbeit geklärt werden kann. Ablenkung durch Aufgaben ist sicherlich ein sinnvoller Weg, aber dein Problem ist ja, dass du gar nicht die Möglichkeit hast das Tor in Ruhe zu schließen, oder? Das kann gefährlich werden, wenn noch andere Pferde auf der Weide sind. Zum Trainieren würde ich mir daher Zeiten suchen, in denen die Weide frei ist. Oder ein paar Meter hinter dem Tor einen Nereich anstecken, damit die anderen Pferde nicht nach vorne kommen können. Dann kannst du in Ruhe üben. Ich würde schon auf dem Weg zum Tor Respekt einfordern, einen ruhigen Schritt , Halten und Rückwärtsrichten sowie Wendungen auf Kommando. Gleiches dann am Tor. Und wenn Moritz nicht zuverlässig umdreht, hält und entspannt neben mir steht, während ich das Tor schließe, würde ich mit ihm wieder raus gehen und das Gleiche immer wiederholen. Man kann das Pferd auch in die Wiese hineindrehen und das Tor dafür nur minimal öffnen. Dann hat es kaum eine Chance, in die Wiese zu stürmen. Außer mit viel Kraft. Umdrehen muss das Pferd ja so oder so, also kann man es zur Not sogar rückwärts in die Wiese schicken. Vielleicht mit einem Helfer, der sich dabei um das Tor kümmert,
Ist bei einem starken Kaltblut aber vielleicht leichter gesagt als getan
Pferde sind wie die Wurzel aus -1 : Sie sind komplex und in der Schule lernt man nicht, wie wichtig sie sind.
Da hatte ich letztens ein YouTube Video gesehen wo se die Pferde auf die koppel gebracht haben 10 pferde werden auf Kommando los gelassen. Die freuen sich natürlich endlich aus ihrer Box raus zu kommen und bocken erst mal los. Das da niemand nen hinterhuf abbekommen hat wundert mich
Ich bestehe darauf, daß sich Ronja mit ihrem Kopf zu mir dreht und so lange stehen bleibt, bis ich sie weg schicke. So Ala wer-bewegt-wen. Da haben Claudia und Julia ja schon gute Tips gegeben. Was ich auch raten würde, ganz viel bodenarbeit zu machen,nicht nur wegerm Tor, sondern auch allgemein, damit er lernt dich zu Respektieren und vor allem, wenn Moritz auf die Idee kommt los zu rennen, hält ihn glaub eh niemand
Zitat von HorseMeUp Anfangs habe ich das gemacht wie die meisten anderen Leute - wurde mir ja nicht anders gezeigt. Strick nur durchziehen, Tor aufhalten, laufen lassen.
Oha, wer macht denn sowas??!! Mega gefährlich. Da ist die Variante von unserem alten Hof ja besser: Mit kaputter Weidelitze und verbogenen Sticken einen Gang zur Koppel abstecken, Stalltür halb aufschieben, eine Boxentür nach der anderen aufschieben und wenn man hört, dass ein Pferd auf dem Beton hingefallen ist kurz warten, bis es aufsteht und so eines nach dem anderen rausschießen lassen, während man selber "sicher" auf der Stallgasse steht Kein Verständnis für
Pferde sind wie die Wurzel aus -1 : Sie sind komplex und in der Schule lernt man nicht, wie wichtig sie sind.
Zitat von TwistAroundHm... ich denke, das ist eine reine Erziehungssache. Er scheint dich nicht zu respektieren sondern will seinen eigenen Kopf durchsetzen.
Das mochte ich nicht so direkt formulieren, aber ich stimme Claudia da zu! Nicht böse sein oder falsch verstehen, hier meint das ganz sicher niemand als Vorwurf oder dergleichen
Ach herrje.... nein, das war natürlich NICHT als Vorwurf gemeint tut mir leid, dass ich das so doof formuliert habe.
Wenn ich Wodek zurück in den Offenstall lasse, führe ich ihn hinein, drehe mich mit ihm um und schließe das Tor. Erst dann mache ich ihm das Halfter ab und kuschel noch ein bisschen mit ihm. Klappt meist sehr gut, außer es gibt gerade Abend essen dann fällt die Kuscheleinheit aus
Es gibt keinen perfekten Reiter Nur ein perfektes Team
Ich muss sagen ich hab das falsch formuliert. Tor zu machen klappt ohne Probleme. Er wartet nicht bis ich ihm das Halfter abgenommen habe. Zumindest hat er das einmal gemacht, danach nicht wieder. Ich hab ihm das in die Koppel rennen ja schon abgewöhnt. Das hat er extrem bei seinen Vorbesitzern gemacht, die konnten ihn einfach nicht halten. Wir haben das tatsächlich so gemacht, wie Claudia gesagt hat. Volten gelaufen vor dem Zaun, Rückwärtsrichten. Ich hab nur Angst das er das das wieder macht jetzt im neuen Stall.
"Pferde brauchen Geduld. Wenn man sich benimmt, als hätte man nur 15 Minuten Zeit, dann braucht man einen Tag. Benimmt man sich aber, als hätte man einen ganzen Tag Zeit, dann braucht man nur 15 Minuten.“ Monty Roberts
Zitat von RonjaDa hatte ich letztens ein YouTube Video gesehen wo se die Pferde auf die koppel gebracht haben 10 pferde werden auf Kommando los gelassen. Die freuen sich natürlich endlich aus ihrer Box raus zu kommen und bocken erst mal los. Das da niemand nen hinterhuf abbekommen hat wundert mich
Ich bestehe darauf, daß sich Ronja mit ihrem Kopf zu mir dreht und so lange stehen bleibt, bis ich sie weg schicke. So Ala wer-bewegt-wen. Da haben Claudia und Julia ja schon gute Tips gegeben. Was ich auch raten würde, ganz viel bodenarbeit zu machen,nicht nur wegerm Tor, sondern auch allgemein, damit er lernt dich zu Respektieren und vor allem, wenn Moritz auf die Idee kommt los zu rennen, hält ihn glaub eh niemand
Das mit Bodenarbeit wird jetzt sowieso von nöten sein. Wir müssen unsere Beziehung festigen. Ich geb dir recht, wenn moritz rennt dann rennt der.
"Pferde brauchen Geduld. Wenn man sich benimmt, als hätte man nur 15 Minuten Zeit, dann braucht man einen Tag. Benimmt man sich aber, als hätte man einen ganzen Tag Zeit, dann braucht man nur 15 Minuten.“ Monty Roberts
Zitat von SilverandMoIch muss sagen ich hab das falsch formuliert. Tor zu machen klappt ohne Probleme. Er wartet nicht bis ich ihm das Halfter abgenommen habe. Zumindest hat er das einmal gemacht, danach nicht wieder. Ich hab ihm das in die Koppel rennen ja schon abgewöhnt. Das hat er extrem bei seinen Vorbesitzern gemacht, die konnten ihn einfach nicht halten. Wir haben das tatsächlich so gemacht, wie Claudia gesagt hat. Volten gelaufen vor dem Zaun, Rückwärtsrichten. Ich hab nur Angst das er das das wieder macht jetzt im neuen Stall.
Da würde ich dann sagen, gleich von Anfang an dran zu bleiben und so weiter zu machen wie im alten stall...