Ich habe mal eine Frage bzw. ein Anliegen an euch. Ich war am Samstag mit ein paar Mädels ausreiten und es hat eigentlich ganz gut funktioniert. Allerdings heizt sich Wodek beim gallopieren teilweise so auf, dass ich ihn nicht mehr kontrollieren kann und er sich auch meinen Hilfen entzieht. An dem Tag war es nicht so schlimm aber bei der letzten Galoppstrecke übers Stoppelfeld war er er anfangs "unkontrollierbar" schnell hat sich allerdings nach einer Zeit wieder "einfangen" lassen. Eine Mitreiterin hat mir dann vorgeschlagen, dass ich doch zumindest im Gelände mit Sperrriemen reiten soll (natürlich locker verschnallt) damit Wodek sich nicht durch sein Maul aufmachen den Hilfen entziehen kann. Ich hoffe ihr wisst was ich versuche zu erklären. Allerdings bin ich kein Freund vom Sperrriemen und habe ihn ja absichtlich raus gemacht. Andererseits möchte ich auch einfach entspannt ausreiten können und nicht, dass es für mich und/oder für Wodek gefährlich werden kann wenn es im Gelände sich den Hilfen entzieht. Am Platz ist das alles kein Problem. Ich würde ihn natürlich nicht für immer damit reiten und ihn nicht komplett das Maul zusperren...
Was würdet ihr machen?
Es gibt keinen perfekten Reiter Nur ein perfektes Team
Also ich denke nicht dass ein Sperrriemen dein Problem lösen würde. Ich würde Geländespaziergänge zu Fuß unternehmen, Schrittausritte in Gruppen und alleine und das Galoppieren im Gelände bewusst trainieren. Im Gelände zu galoppieren ist ja nochmal etwas ganz anderes als auf dem Platz und in einer Gruppe zu galoppieren kann für ein Pferd ja schon recht stressig sein. Also Übergänge üben, Position in der Abteilung im Gelände variieren und andere Übungen. Ich würde aber das galoppieren erstmal nicht zu viel machen, sondern an allgemeiner Gelassenheit im Gelände arbeiten. Also ich würde am Vertrauen und an der Geländeroutine arbeiten. Sicherlich wäre eine Trainerin mit ganzheitlichem Ansatz auch eine gutr Ansprechpartnerin.
Danke für deine Tipps. Spaziergänge achen wir eh sehr viel und da ist er auch ganz gelassen. Position variieren ist im Moment eher schwierig, da Wodek immer der erste sein muss, er überholt auch gerne mal die ganze Gruppe, und ich vorne meist wieder entspannt. Ich werde demnächst mit meiner Trainerin gezielt im Gelände Unterricht machen um das zu üben
Es gibt keinen perfekten Reiter Nur ein perfektes Team
Ich schließe mich Jumo an. Ein Sperrriemen würde nur Symptom Bekämpfung betreiben- wenn überhaupt. Ich kann mir vorstellen, daß es vielleicht die ganze sa3noch verschlimmert wenn er dann anfängt zusätzlich gegen den Sperrriemen zu arbeiten? Lieber an der Ursache arbeiten und bewusst das galoppieren usw im Gelände üben. Da finde ich die Vorschläge von Jumo sehr gut. Mir würde nichts anderes einfallen
Als jemand, der anfangs nur mit Sperrriemen geritten ist - ich wusste es schlicht nicht besser - kann ich dir sagen, dass der Sperrriemen keinen Unterschied macht. Schimms Sperrriemen war damals immer so verschnallt, dass zwei Finger drunter passten. Das Maul war also nicht zugeschnürrt, aber ganz aufsperren ging auch nicht. Im ersten Winter mit ihm war er extrem unausgelastet und ist insbesondere abends in der Halle in einer bestimmten Ecke durchgegangen. Die Zügel dann fester aufzunehmen hat es nur schlimmer gemacht, da Druck ja nunmal immer Gegendruck erzeugt. Schimm lässt sich viel eher über mein Gewicht und das Anspannen des Kreuzes abfangen. Als er dieses Jahr - ohne Sperrriemen - im Gelände einmal heftig werden wollte, konnte ich ihn viel besser abfangen, als damals und das ohne viel Zügel. Das liegt aber an meinem Sitz und unserer Kommunikation - beides hat sich nach 1 1/2 Jahren ja doch weiterentwickelt Irgendeinen Unterschied durch den Sperrriemen habe ich nicht gemerkt. Ich denke aber auch, dass du nach Absprache mit eurer RL es auch mal mit dem Sperrriemen versuchen kannst. Wenn der richtig verschnallt ist, sehe ich ihn ehrlich gesagt nicht negativ. Ob er dann noch etwas bringt, ist eine andere Frage, aber richtig verschnallt schadet er ja auch nicht und eine Dauerlösung soll er ja auch nicht sein. Fraglich ist dann nur, was du dir davon versprichst. Ich denke, dass die Übungsvorschläge meiner Vorredner da mehr bringen. Ich kann auch Dressurarbeit im Gelände empfehlen. Einfach mal eine Dressureinheit im Wald oder auf dem Stoppelfeld hinlegen. Dann verknüpfen die Pferde das Gelände nicht gleich mit Losfetzen.
"Die Menschen sind Rivalen im Wettkampf, aber geeint und Freunde durch ihr Ideal in der Ausübung ihres Sportes und noch mehr im täglichen Leben." Jigoro Kano
Sehe ich auch so - da ist Basisarbeit gefragt eine Bekannte von mir würde dir jetzt eine Dreiringtrense oder Springkandare empfehlen. Aber was bringt verschärfte Ausrüstung? Im Grunde nichts, weil es eben wie schon gesagt wurde nur ein Symptom bekämpft.
Ergänzend zu Jumos Vorschlag mit den verschiedenen Positionen in der Abteilung, würde ich meinem Pferd insbesondere die Tete, also die führende Position, unangenehm machen. Du sagst, er entspannt sich, wenn er vorne laufen kann. Deswegen würde ich ihm zeigen, dass vorne laufen anstrengend sein kann und Arbeit verheißt und es viel sinnvoller ist, an allen anderen Positionen entspannt zu laufen. Je nach Gelände kann das aber schwierig sein...
Pferde sind wie die Wurzel aus -1 : Sie sind komplex und in der Schule lernt man nicht, wie wichtig sie sind.
Danke für eure Antworten Ich werde die Übungen auf jedenfall mal im Gelände testen. Eine Unterrichtsstunde einfach mal auf dem Stoppelfeld zu machen finde ich auch super Das werde ich meiner Trainerin heute mal vorschlagen. Leider geht meine Trainerin selbst mit ihrem Pferd nicht mehr ins Gelände und macht dort Unterricht deswegen muss ich für das Geländetraining eine andere Traineirn bei uns am Hof fragen. Sie kennt mich und Wodek leider nicht so gut, aber ich bin mal gespannt wie es wird.
Ich werde euch auf dem Laufenden halten.
Es gibt keinen perfekten Reiter Nur ein perfektes Team
Deine Trainerin kann doch auch zu Fuß mitkommen oder nach Möglichkeit zu besagter Stelle mit dem Fahrrad oder Auto kommen.
"Die Menschen sind Rivalen im Wettkampf, aber geeint und Freunde durch ihr Ideal in der Ausübung ihres Sportes und noch mehr im täglichen Leben." Jigoro Kano