Hach... ich und mein Twisti... mir wird schon wieder flau im Magen, wenn ich an das nächste Übungsturnierchen denke. Unsere Stallchefin (mit der ich mich wirklich gut verstehe) hat nämlich schon gesagt, sie würde gern wieder mitkommen. Allerdings hat Twister letztes Mal ziemlich extrem an ihrer Stute geklebt, mit der er zusammen im Paddock steht. Das hat mir total den Tag versaut, weil ich ihn kaum händeln, geschweige denn reiten konnte. Wenn sie mit der Stute nicht permanent am Rand des Turnierplatzes gestanden hätte, hätte ich nicht mal aufsteigen können, so extrem hat Twister gezappelt und gewiehert. Sogar Ansätze zum Steigen hat er gezeigt. Immerhin wollen wir die beiden übermorgen Zuhause trennen und Twister bekommt einen anderen Paddock-Partner (einen Wallach in seinem Alter). Da wird er auch erstmal leiden, aber sich irgendwann dran gewöhnen... In 6 Wochen ist dann das Turnierchen.
Habt ihr vielleicht noch andere Lösungsmöglichkeiten, um Twister sein Klebeverhalten auszutreiben? Ich verliere sonst echt den Spaß an der Sache dabei hab ich jetzt 2 Jahre drauf gewartet, endlich wieder ein bisschen Turnierluft schnuppern zu können... und nun das.
Ronja war so eine Kandidatin die Riesen Terz gemacht hat wenn se alleine vom stall weg musste. Auch wenn se alleine im stall zurück bleiben musste war Riesen Theater. Gut einerseits kann ich letzteres verstehen, aber es war schon extrem. Ich hab viel geübt alleine mit ihr raus zu gehen, erst vom Boden dann vom sattel aus. Mit kleinen runden hab ich angefangen und das dann gesteigert. Dazu hab ich ihr bachblüten gegeben. Gerade bei solchen psychischen Sachen finde ich die super
Das mit dem paddock partner finde ich jetzt auch schon mal gut. Ansonsten wüsste ich nur noch, einfach üben wenn ihr wo hin Fahrt, bewusst die beiden trennen und das so üben. Macht er das nur auf Turnieren oder wenn ihr zum Training irgendwo hin Fahrt auch? Bei einem Turnier ist man ja nicht immer so locker und entspannt wie wenn es zu nem Ausritt oder so geht, dazu kommt die Atmosphäre. Es ist viel troubel und vielleicht wirft ihn das auch aus der Bahn, so daß er Sicherheit bei der stute sucht. Sie ist ja schließlich ein teil von seiner herde...
Über den Winter hat Capella, die Stute meiner besten Freundin und Boxennachbarin von Schimm, angefangen arg an ihm zu kleben. Bedingt war das sicherlich dadurch, dass beide quasi den ganzen Tag beieinander waren. Die Winterwiese ist gemischt, dort waren sie also zusammen und auch auf den Paddock ging es gemeinsam. Andere Boxennachbarn haben sie nicht, die Boxen stehen einzeln und sind zueinander geöffnet, nur ein halbes Gitter bietet eine Rückzugsmöglichkeit, auf der anderen Seite können sie aber mit den Köpfen in die Box des anderen. Es wird also fleißig gekuschelt und Schimm liebt es, aus Capellas Tränke zu trinken Wenn dann auch noch gemeinsam geritten wird ist das Geschrei natürlich groß, wenn Schimm mal nicht da ist Das geht allerdings nur von Capella aus. Sie schreit nach ihm und verhält sich ihm gegenüber tatsächlich sehr hengstig. Schimm hat es da leichter. Ihn kann man auch mal alleine lassen und er regt sich nicht auf, wenn sie weg ist. Nun ist der Winter vorbei und es geht wieder auf die Sommerwiesen - Wallache und Stuten voneinander getrennt. Für Capella war die Anfangszeit richtig bescheiden, da sie sehr kolikanfällig ist und daher nur ganz langsam länger draußen bleiben darf. So kam es, dass sie am Tag der Wieseneröffnung nur 1h raus durfte. Chanti war im Urlaub und ich habe mich in der Zeit um Capella gekümmert. Als ich sie reinholte, war sie schon reichlich angefressen, dass sie als Erste wieder rein musste. Zu allem Überfluss bemerkte sie Schimm direkt auf der Wallachwiese, als wir diese passierten - er durfte schon 3h. Da begann das Geschrei und der restliche Weg zur Box wurde nahezu piaffierend zurückgelegt Ich machte Capella soweit zum Reiten fertig, ebenfalls unter stetigem Wiehern und Zappeln während des Putzens. Sonst steht sie super ruhig und brav. In der Halle wurde es dann richtig lustig. Sonst habe ich wirklich sehr großes Vertrauen zu Capella. Auf ihr habe ich das Reiten gelernt und hing in Folge meines ersten Galoppversuchs quasi unter ihrem Bauch und sie hielt still. Aber als ich an dem Tag aufsaß, rannte sie rückwärts wie ein Weltmeister, ohne einmal zu stocken und machte Ansätze zum Steigen - schafft sie nur zum Glück mit ihrer Masse nicht Ich wurde echt nervös, wollte aber auch nicht gleich absteigen, da sie sich dann wohl noch mehr aufgeregt hätte. Ich hatte Angst, sie könnte losrennen und sich in ihren Zügel verfangen oder ähnliches, also sprach ich beruhigend auf sie ein, bis sie stehen blieb und brachte sie dann nur über die Stimme dazu, vorwärts zu gehen. Ab da war alles wieder gut, sie war ruhig und kontrollierbar und schrie auch nicht mehr ständig. Die erste Woche auf der Sommerwiese war dann noch kritisch, da Schimm schon nach wenigen Tagen von morgens bis abends draußen bleiben konnte, und Capella nur langsam länger durfte. Jetzt ist die zweite Woche fast um und die Lage hat sich deutlich entspannt. Capella hat sich daran gewöhnt, dass Schimm nicht mehr die ganze Zeit bei ihr ist und darf inzwischen auch schon länger auf die Wiese, wodurch sie eben auch beschäftigt ist. Ich kann mir gut vorstellen, das Twister, wenn er erstmal einen anderen Kumpel hat, nicht mehr so extrem an der Stute hängt. Habt ihr sonst auch die Option, die Größe der Kleingruppen zu erhöhen? Wenn die Pferde immer zu zweit sind, lässt sich das Kleben ja leider kaum vermeiden. Ich wüsste nicht, wie man das abgewöhnen soll, wenn die Pferde ja sonst den ganzen Tag zusammen verbringen und sich so aufeinander fixieren
"Die Menschen sind Rivalen im Wettkampf, aber geeint und Freunde durch ihr Ideal in der Ausübung ihres Sportes und noch mehr im täglichen Leben." Jigoro Kano
Ich hab mit Moritz gerade eine ähnliche Situation. Eine kleine Araberstute hat sich in ihn verguckt und er sich in sie. Sie hat ihn die ersten Tage ständig angerosst und ist ihm nicht von der Seite gewichen. Ich kann Moritz ohne Probleme von der Wiese holen, und ihn fertig machen mittlerweile aber am 1. Tag als ich ihn geholt hab hat er so stark rumgezappelt und war nervös das ich angst hatte er verletzt sich. Jetzt rosst das Stütchen nicht mehr, wiehrt aber wie ne bekloppte wenn sie ihn nicht sieht. Das Arbeiten auf dem Platz ist dann die ersten 10 Minuten eine riesen Diskussion weil Herr Pferd ständig zum Tor drängt. Ich hoffe die Situation wird besser wenn bald ein dritter Wallach in die Herde kommt. Momentan sind es 5 Stuten und 2 Wallache.
"Pferde brauchen Geduld. Wenn man sich benimmt, als hätte man nur 15 Minuten Zeit, dann braucht man einen Tag. Benimmt man sich aber, als hätte man einen ganzen Tag Zeit, dann braucht man nur 15 Minuten.“ Monty Roberts
Twister hat gestern seinen neuen Weidekumpel bekommen. Sowohl er als auch die Stute, von der er nun getrennt wurde, fanden das nicht lustig und haben lange nacheinander gerufen. Twister ist auch viel rumgelaufen und hat prompt Durchfall bekommen hoffentlich legt sich das dann bald. Den neuen Kumpel kennt er schon von der anderen Zaunseite. Ich denke nicht, dass es da Probleme geben wird mit der Rangordnung. Aber gestern war das noch gar nicht interessant...
Claudia, so hat Ronja im neuen Stall auch reagiert. Wie irre hin und her gerannt am Zaun entlang und dazu gewiehrt und geschrien... am nächsten tag wurde sie schon ruhiger, am dritten war es nur noch Phasen weise und ab dem vierten hat sich das Thema erledigt gehabt. Am zweiten Tag hat sie auch angefangen Interesse an den anderen zwei pferden zu zeigen. Ich drück dir die Daumen das es sich in ein paar tagen legt. Das er gleich Durchfall bekommt, ist schon ein Zeichen das es ganz schöner Stress für ihn ist
Ja es regt ihn echt auf Heu frisst er dadurch auch nicht so viel wie sonst, deswegen bekommt er die nächsten Tage eine extra Portion Heucobs dazu. Die Stute wiehert auch immer noch ein bisschen, ist aber insgesamt deutlich ruhiger als Twister.
Drei Tage sind vergangen... langsam wird es besser. Das Wiehern ist schon fast ganz verschwunden. Twister hat seine Stute zwar weiterhin aufmerksam im Blick, rennt aber nicht jedes Mal mehr gleich an den Zaun, wenn sie sich bewegt. Komplett außer Sichtweite können wir sie nicht stellen, weil dafür der Stall zu klein ist. Durchfall habe ich gestern Abend keinen mehr gesehen, auch Kotwasser nur noch minimal. Abgebaut hat Twister bisher nur ganz wenig. Ich nehme an, das Zusatzfutter hilft da ganz gut (Heucobs + Gladiator). Der neue Kumpel ist total entspannt und steht Twister freundlich gegenüber. Nur interessiert der sich noch nicht für ihn.
Außerdem habe ich gestern Abend etwas Bodenarbeit im RoundPen gemacht, wobei Twister wirklich sehr aufmerksam und fleißig war. Auch als die Stute draußen vorbei geführt wurde, hat er nur kurz den Kopf gehoben, sich dann aber schnell wieder auf mich konzentriert und auch den Kopf gesenkt
Die Trauer um den Verlust merkt man ihm dennoch deutlich an...
Soeben hab ich ein Foto von unserer Stallchefin bekommen, dass Twister und sein neuer Kumpel nun endlich gemeinsam aus einer Raufe futtern Der Kumpel ist nämlich etwas verfressen und hat Twister bisher immer weg geschickt (wir haben aber eine andere Raufe zum Ausweichen).
"Die Menschen sind Rivalen im Wettkampf, aber geeint und Freunde durch ihr Ideal in der Ausübung ihres Sportes und noch mehr im täglichen Leben." Jigoro Kano
Eine Woche ist rum ... ich hab meinen alten Twisti wieder Kein Wiehern, kein Rennen, kein Zappeln, kein Durchfall ... und das alles sogar wenn "seine" Stute brummelt oder sein neuer Kumpel geritten wird und Twister damit allein auf dem Paddock bleiben soll. Bin total froh, dass er sich beruhigt hat!