Hallo zusammen! Ich bin auf der Suche nach Erfahrungsberichten zum Thema Heulage.
Bisher verfüttere ich bedampftes Heu - bedampft deswegen, weil meine Stute eine Pollen- und Stauballergie hat und extrem hustet, mit gelben Schleim und sie atmet schwer wenn das Heu trocken ist. Letzten Winter hat sie mit dem bedampftem Heu nur etwa 2-3x die Woche gehustet, also alles im Rahmen. Aber dieses Jahr hustet sie heftig, nur ohne Ausfluss trotz bedampftem Heu. Da ich immer noch den gleichen Heulieferanten habe, kann es eigentlich nicht an der Heuqualität liegen ... es sei denn, dieser eine Ballen (der jetzt leer ist) war schon etwas zu alt.
Jedenfalls überlege ich nun, auf Heulage umzusteigen Gibt es verschiedene Typen von Heulage? Sehr feucht - leicht feucht? Wie schnell muss ein geöffneter Ballen verbraucht werden? Es sind nämlich nur zwei Pferde am Stall... Woran erkenne ich gute Qualität? Sollte ich auch Heulage noch bedampfen?
Warum füttert ihr Heulage bzw. warum bleibt ihr bei Heu?
Oh je das Husten-Problem kenne ich nur zu gut... wir haben 2 solche Kandidaten im Stall, einer davon ist Twister.
Unsere Pferde bekommen gewässertes Heu (Heunetz in der Raufe > ordentlich mit der Gießkanne drüber arbeiten) das ganze Jahr über. Außer wenn es im Winter zu kalt zum Wässern wird, dann kauft die Stallchefin einen Rundballen Heulage. Die vermischt sie dann zum Anfüttern mit dem Heu und es bekommen ALLE Pferde, weil nur die zwei Hustenpferde würden den Ballen nicht rechtzeitig auffressen. Wie schnell der Ballen verderben würde, kann ich allerdings nicht sagen, weil das vom Feuchtigkeitsgehalt abhängt. Heulage zu bedampfen halte ich für überflüssig.
Nicht jedes Pferd verträgt Heulage. Da musst du beobachten, wie sie darauf reagieren. Futterverweigerung, Kotwasser, Durchfall und im schlimmsten Fall Abmagerung können Zeichen dafür sein...
Oh nein Ich kenne mich mit Heulage direkt auch nicht aus, nur das es eben eine alternative ist bei Pferden mit Staub Allergie. Wie lange reicht dir denn jetzt ein heuballen? Ich kann mir vorstellen das man ihn innerhalb von 4 Wochen verfüttert haben sollte... TwistAround hat es ja schon angesprochen, das man darauf achten muss ob die Pferde es vertragen.
Seit die Pferde am Haus sind, füttern wir nur noch Heu. Am alten Stall war mein Auftrag, den rehegefährdeten Pferden nur Heu zu geben und alle anderen mit Heulage zu versorgen, weil wir davon mehr hatten als vom Heu
Es gibt sehr trockene Heulage - quasi schon fast Heu in Folie - aber auch sehr feuchte Heusilage. Von außen erkennt man das eher nicht. Um die Qualität zu beurteilen muss man den Ballen öffnen.
Ein großes Problem ist eben die Haltbarkeit. Die ist temperaturabhängig, da die Kulturen in der Heulage einen erhöhten Stoffwechsel bei höheren Temperaturen haben. Je wärmer es ist, desto schneller verdirbt die Heulage. Wenn Sie warm wird, sollte man sie nicht mehr verfüttern. Bei uns geschah das in milden Wintern teilweise schon nach drei Tagen, in denen drei Pferde dreimal täglich von dem Ballen gefüttert wurden. Unsere Heulage war aber auch in sehr großen Ballen gewickelt, dafür aber immer vergleichsweise recht trocken.
Bei wenigen Pferden würde ich eher empfehlen nach einem Landwirt zu suchen, der auch halbe Ballen abgibt. Unser "Heumann" versorgt zum Beispiel einige Kunden mit aufgeschnittenen Ballen, sodass diese eben nicht das Problem haben, den ganzen Ballen nicht schnell genug verfüttern zu können.
Pferde sind wie die Wurzel aus -1 : Sie sind komplex und in der Schule lernt man nicht, wie wichtig sie sind.
Also, der Husten ist mittlerweile vom TA untersucht worden und wird nun behandelt. Die Ursache ist nicht festzustellen: es könnte eine Allergische Reaktion sein, sie könnte sich einen "normalen" Infekt eingefangen haben oder es könnte an der Heuqualität dieses einen Ballen gelegen haben....
Generell hat Alice aber oft Husten! Und der TA meint, in ihrem Fall könnte Heulage eine gute Alternative sein. Da dieses Jahr auch kein gutes Heu-Jahr ist, sollte ich darüber nachdenken...
Jetzt habe ich meinen Heu-Lieferanten kontaktiert (mit dem ich eigentlich zufrieden bin) und er hat auch Heulage im Angebot. Er wird mir Anfang nächster Woche einen Ballen Heulage zum testen vorbei bringen Außerdem meinte er, ein Ballen sollte innerhalb einer Woche verfüttert werden...
Dann bin ich mal gespannt, ob es etwas für uns ist. Achja, und bedampfen brauche ich Heulage tatsächlich nicht (laut TA)
Mit Heulage wäre ich grundsätzlich sehr vorsichtig. Wir verfüttern im Winter inzwischen fast ausschließlich Heulage, bei 5-7 Pferden ist ein Ballen dann aber auch schnell weg. Länger als drei Tage würde ich ihn allerdings nur bei Temperaturen von deutlich unter null Grad lagern, wenns wärmer ist fangen die Ballen teils sehr schnell an zu gären. Erkennbar ist das daran, dass die Heulage warm wird. Dann auf keinen Fall mehr verfüttern! Außerdem ist Heulage sehr schimmelanfällig. Der kann außen sein, direkt unter der Folie, oder auch weiter innen - und man sieht ihn oft nicht leicht. Können auch viele kleine Flecken sein. Deswegen alles ganz genau anschauen bevor man es verfüttert. Bei nur zwei Pferden finde ich das allerdings wirklich etwas kritisch. Wenn wir nicht mindestens vier Heulage-fressende Pferde haben machen wir keinen Ballen auf, weil der sonst nicht schnell genug weg kommt. Eine gute Alternative ist, das Heu wirklich komplett nass zu machen. Wir packen es in Heunetze und tauchen es dann komplett für ne Minute oder so unter Wasser. Haben dafür eine Regentonne (mit EM im Wasser, damit es nicht so schnell kippt und über mehrere Tage verwendet werden kann). Alternativ ohne Heunetze das Heu direkt reinschmeißen und mit ner Mistgabel wieder rausfischen. Ist bei großen Mengen wassersparender als die Gießkannen-Methode und danach ist wirklich kein Halm mehr trocken. Diese Methode funktioniert bei uns auch bei richtig starken Allergikern, inklusive einer Stute die wir als "dämpfig und hustet selbst von Heulage" bekommen haben. Seit sie das kriegt hustet da gar nix mehr.
Tschideli und bis bald! Jana, Lögg, Vina und Dís grüßen euch!
Wie sich dieses Jahr herauskristallisiert hat, scheint Alice vor allem eine Pollenallergie zu haben, die im Frühling (April-Mai) ausbricht. Im letzten Jahr war das noch nicht klar und TA sagte, ich solle Heu waschen. Also habe ich fast den gesamten Winter über Heu in Wäschekörbe gesteckt und diese unter Wasser getaucht. Fazit: enorm aufwändig! Die Körbe sind nass ziemlich schwer, man selbst ist ständig klitschnass, überall ist eine riesen Sauerei und wenn es richtig friert, muss man das Wasser erst frei hacken... also auf Dauer eher nicht praktikabel und sie hat dennoch ab und zu gehustet.... Mit dem Bedampfen sind wir bisher gut zurecht gekommen - keine Veränderung am Zustand (sprich gelegentliches Husten, aber nicht besorgniserregend)
Nur dieses Jahr, hat sie nach etwa einer Woche Heufütterung + Wiese enorm gehustet .... also entweder hat das nichts mit dem Heu zu tun, oder irgendwas hat sich am Krankheitsbild geändert, oder ... ach ich weiß es auch nicht ... wahrscheinlich wollte ich etwas ausprobieren, um mich nicht mehr ganz so hilflos zu fühlen
Und da ich weiterhin aus Netzen füttere, die ich täglich stopfe, werde ich Gärung oder Schimmel sofort entdecken - Aber vielen Dank, dass du mich auf diese Gefahr hingewiesen hast!!!
Jedenfalls wurde die Heulage heute geliefert und sieht richtig toll aus! Ich versuche es jetzt einmal und wenn das nichts ist, lasse ich es wieder bleiben. ihr kennt doch bestimmt Hoschi? Der füttert bei (bisher) 3 Pferden auch nur Heulage, oder nicht?