hier werde ich nun etwas ansprechen, was mir eine absolute Herzensangelegenheit ist. Whisper.
Er ist ein 13-jähriges ehemaliges Schulpony (24h Boxenhaft) der ursprünglich aus Rumänien kommt und die ein oder andere Narbe am Körper, aber insbesondere auf der Seele trägt. Sein Leben in Rumänien und die Zeit als Schulpony, in einem leider sehr klassichem Reitstall, wie ihn jeder in seinem Alptraum beschreibt, haben ihn gezeichnet. Er hat nie gelernt eine Freundschaft mit Menschen einzugehen und dennoch wiehert er immer, wenn ich an den Stall komme und sucht nach Aufmerksamkeit. Leider hat er aber auch die Angewohnheiten zu schubsen, sich loszureißen, manchmal zu beißen und mit der Hinterhand zu drohen - er hat einfach aus der Not heraus gelernt, dass er stärker ist als der Mensch und er hat gelernt, dass Menschen nicht zuverlässig sind, das Menschen Schmerzen bedeuten können. Trotz allem ist er kein "Problempferd", er ist neugierig, interessiert, kontaktfreudig, hat aber nie gelernt wie der Kontakt mit dem Menschen funktioniert und braucht unbedingt mal einen Mensch der ihm die Sicherheit gibt, dass er sich mal traut, sich jemandem anzuschließen.
Er gehört meiner lieben Stallbesitzerin, sie rettete ihn vor 2 Jahren als er vom Schulbetrieb als unbrauchbar zum Schlachter verkauft werden sollte. Sie ist eine herzensgute Frau, die leider an ihre Grenzen kommt und ihn aus verschiedenen Gründen nicht behalten kann. Sie überlegt aus Verzweiflung, ihn doch tatsächlich selbst zum Schlachter zu bringen - sie hat Angst wenn sie ihn verkauft, dass er wieder etwas schlechtes erlebt oder ein ungeliebter Wanderpokal wird. Aber das werde ich nicht zulassen.
Was kann ich bloß tun? Ich schreibe wie verrückt Pferdetrainer an und suche nach Gnadenhöfen. Wenn ich ehrlich bin, ich würde ihn gerne selbst behalten, aber das kann ich mir nicht leisten. Whisper hat Spat, ist momentan erkältet und es bedarf meiner Meinung nach einer medizinischen Langzeitbetreuung. Ich würde es machen, wenn ich das Geld hätte, denn ich habe ihn schon lange in mein Herz geschlossen.
Habt ihr Ideen was ich machen kann? Ich brainstorme hier seit Wochen... Geld sammeln um ihn selbst zu behalten? Crowdfounding? Jemanden finden der ein großes Herz hat und ihn aufnimmt? Nach seinem Seelenmensch suchen?
Ich glaube ich kann in diesen getippten Worten gar nicht richtig rüber bringen, was mir das Thema bedeutet. Ich zerbreche mir den Kopf, ich mache mir Sorgen, ich vergieße seinetwegen Tränen. Ich will nicht, dass er nur weil sein Leben ihn hat misstrauisch und dominant werden lassen, und keiner die Zeit für ihn hat eine Freundschaft aufzubauen, sterben muss.
Ach Gott, das tut mir leid... Habe selbst meinen dicken als gesundheitlich "bedingt reitbares", altes, ehemaliges Schulpferd gekauft und ich muss sagen er war das beste was mit hätte passieren können! Ich hoffe so sehr, dass du eine Lösung findest. Solche Tiere sind immer die dankbarsten, würde ihn sofort nehmen, wenn ich das Geld hätte... aber Crowdfunding wäre vielleicht eine Option, hast du dich dahin gehend mal informiert? Dann sag auf jeden Fall Bescheid.
Geh nicht, geh nicht fort von mir Lass mich hier nicht zurück Und dann geh'n wir Auf offenen Feldern In offenen Wegen In unser Paradies 04.04.2017
Das Pferd hat wirklich eine sehr traurige Geschichte
Aber da wird sich bestimmt ein Weg finden, der nicht zum Schlachter führt.
Welche Gründe hat denn die Abgabe? Finanzielle oder zeitliche Gründe könnten durch deine Unterstützung zumindest abgemildert werden, sodass er vielleicht doch nicht abgegeben werden muss. Sprich du könntest zu den Kosten etwas beisteuern oder einen Tag die Woche den Stalldienst übernehmen. Oder man sucht nach einer Pflegebeteiligung oder einer Reitbeteiligung, die das übernehmen möchte und zu den Kosten beiträgt. Hat man jemanden gefunden, der dem dieses Pferd wirklich, ehrlich viel bedeutet, wäre es ja eine Möglichkeit ihn dann erst nach einer gewissen Zeit an die PB / RB günstig zu verkaufen. So ist man sicher, dass er in guten Händen ist und der neue Besitzer ihn bereits kennt und gut mit ihm zurecht kommt.
Liegt es vor allem an dem Wissen, wie man dieses Trauma überwinden kann, könnte man Whisper auch zur Verfügung stellen. So weiß man wenigstens, dass er nicht weiterverkauft wird und vielleicht findet sich jemand in der Nähe, sodass man doch ab und zu bei ihm vorbei schauen kann und den neuen "Nutzer" bei Problemen unterstützen kann.
Als absolut letzten Ausweg fällt mir noch die "Pferdeklappe" ein. Dort kann man Pferde anonym abgeben. Dort werden sie behandelt, und danach an geprüfte neue Besitzer abgegeben. Außerdem besteht die Möglichkeit, alle Unterlagen und sogar Briefe etc. mit dort zu lassen, indem man Informationen über Whisper übermitteln kann.
Meine Alice ist auch ein ehemaliges Schulpferd, allerdings aus einem "guten" Verein Ich liebe Schulpferde, weil es einfach super tolle Pferde sind!!!!!!!!
Die Gründe der Besitzerin sind finanziell, zeitlich und gesundheitlich. Ich werde es mal ein bisschen beschreiben: Ich stehe als einzige Einstellerin in einem privaten Offenstall. Die Besitzerin hat drei Pferde (inklusive Whisper). Sie wünschte sich ein viertes Pferd in ihrer kleinen Herde, damit diese harmonischer wird, so kamen Raja und ich an den Stall. Nun ist es so, dass die Besitzerin sehr krank ist und daher die Frührente antreten muss, das macht zum einen den finanziellen Aspekt aus und zum zweiten auch fehlende Kraft um die Stallarbeit leisten zu können. Weiterhin hat sie ja zwei eigene Pferde (und weitere Tiere) die sie versorgen und beschäftigen muss, womit ihre Zeit knapp wird - das Geschick und das Können hätte sie, sie hat bereits Erfahrug mit sogenannten "Problempferden". Dazu kommt jedoch, dass die Geduld und Sympathie für Whisper stetig zu sinken scheint, weil Whisper das Herzenspferd der Besiterin oft transaliert, schickt und ärgert. Natürlich musste sie auch schon den ein oder anderen Biss einstecken, das Umweiden klappt nur sehr schwer, weil Whisper sich immer losreißt und jedes mal mit viel Geduld wieder eingefangen werden muss. Dazu kommt, das Whisper im Sommer schon gehustet hat und nun seit bestimmt ein bis zwei Monaten eine Schnupfennas hat, um die sich aus finanziellen Gründen nicht gekümmert wird. Meine Situation ist aktuell die, dass ich vollzeit arbeite und eine Weiterbildung mache (die mich sehr viel Zeit und Geld kostet) und somit auch sehr eingeschänkt in meinen Möglichkeiten bin. Aus diesem Grund suchte ich für Raja auch einen Platz in Vollpension, den ich dort bekam. Aus der Not der Besitzerin heraus habe ich natürlich alles was ich konnte versucht - ich mache vier mal in der Woche die Heunetze, äppel einmal in der Woche ab, habe Zaunpfosten und Wasserkanister gekauft, helfe bei der Weidepflege wann immer ich kann. Auch wenn Raja dadurch jetzt in Halbpension steht, zahle ich noch den Preis für die Vollpension, da es ja nicht nur der zeitliche sondern auch der finanzielle Aspekt ist, der die Besitzerin in Not bringt. Weiterhin haben mein Freund und ich angeboten, Whisper ab und zu etwas Aufmerksamkeit zu schenken, ihn zu putzen uä. und ich habe eine tolle Pflegebeteiligung für ihn gesucht. Die beiden harmonieren gut und das tolle ist, sie macht auch einmal in der Woche den Stalldienst und zahlt noch 50€. Nun scheint die Not aber immernoch sehr groß zu sein und ich komme bald ans Ende meiner Ideen und kann auch selbst nicht noch mehr Zeit oder Geld investieren Die Besitzerin würde Whisper sogar verschenken, wenn sie wüsste, dass es ihm gut geht. Die Pflegebeteiligung ging auf das Angebot nicht ein - sie ist aber auch noch mitten im Studium. Mit dem Thema Crowdfounding habe ich noch keine Erfahrung, meine Idee war, Geld zu sammeln und Whisper selbst zu übernehmen. Dann könnte ich ihn vom dem Geld eine Zeit lang finanzieren... - aber was kommt danach? Ich habe nicht die Mittel ihn auf lange Sicht gesehen zu halten und auch nicht die Zeit, ihn selbst weiter auszubilden... Habe jetzt verschiedene Trainer und Gnadenhöfe angeschrieben, bisher kamen nette, mutmachende Antworten, aber keiner konnte ihn aufnehmen.
Ich denke, in diesem Fall wäre erst zur Verfügung stellen und wenn alles gut geht ihn dann zu verschenken die Beste Lösung.
Oder ihr macht der Pflegebeteiligung ein besseres Angebot - z.B. kostenloser Einstellplatz gegen Übernahme der laufenden Kosten vom Pferd (Futter, Schmied, TA) Denn im Studium spontan ein Pferd zu bekommen und von heute auf Morgen komplett dafür verantwortlich sein, stelle ich mir schwierig vor
Wichtig ist nur, den Schnupfen so schnell wie möglich zu behandeln! Meine Stute hat, weil früher mal eine Infektion nicht völlig auskuriert wurde, heute eine chronische Atemwegserkrankung und einen irreparablen Lungenschaden, der uns im Alltag ziemlich einschränkt. Soweit sollte man es nicht kommen lassen! Schließlich steigert das Whispers Chancen nicht wirklich - eher im Gegenteil.
Das Angebot hat sie bereits, also den kostenlosen Offenstallplatz und lediglich laufende Kosten zu tragen. Ich rede an dem Schnupfenthema auch ständig rum, aber da er mir nicht gehört sind mir da dir Hände gebunden Ich weiß nicht ob das zur Verfügung stellen klappt, bei einem nicht reitbarem Pferd, hast du da Erfahrungen? Und wenn ich ganz ehrlich bin weiß ich auch nicht ob die Besitzerin da mitspielt, sie ist glaube ich an dem Punkt wo sie ihm einfach nur noch "loswerden" möchte und nicht mehr an ihn denken will..
Hallo! oh nein... die Geschichte des Pferdes tut mir sehr leid und erinnert mich an einen ähnlichen Fall...
Darf ich dich fragen woher du kommst?
ich finde die Ideen von Nina schon sehr gut, wäre ja eine wunderbare Sache wenn davon was klappt, oder noch besser wenn seine vertraute Pflegebeteiligung ihn übernehmen kann! Crowdfunding ist auch eine tolle Sache! Dass das aber Erfolg hat, muss das schon "groß aufgezogen" werden. Also ggf. Internetauftritt (Facebook, Youtube? (hier gibts ja viele mit Kanal), Zeitung vielleicht sogar Fernsehn zu Hilfe holen (Tiere suchen ein Zuhause?)
Gnadenhöfe gibt es auch einige, vielleicht hast du das Glück und es gibt einen in deiner/eurer Nähe? wenn ihr dort gleich Patenschaften für Whisper übernehmt, ist die Möglichkeit ihn aufzunehmen vielleicht da!
Ich bin mittlerweile sehr vorsichtig mit "ehrlichen" Verkaufsanzeigen, weil für manche junge Reiter es fast schon "Trend" ist, sich ein "Problempferd" zu holen und selbst therapieren zu wollen...da weiß man auch nie recht wo er hinkommt und was dann in einem Jahr ist... Soll keine Verallgemeinerung sein, bitte nicht falsch verstehen
Wird denn mit ihm aktuell an seinen Problemen trainiert? (privat oder mit professioneller Hilfe?) oder darf er im Moment einfach ein Leben auf der Koppel genießen?
ist er körperlich soweit durchgecheckt und fit? vernachlässigte Pferde haben ja leider oft Probleme...
Bei uns im Stall zb steht ein kleiner Pony-Mann der als Jährling so unterversorgt war, dass er dadurch nicht mehr gewachsen ist. Laut TA wäre das Pony locker 10-15cm größer, wenn es ordentlich aufgezogen worden wäre...
Ich hoffe wirklich, ihr findet eine wunderbare Lösung für ihn!! Ich hoffe, ich kann die Entwicklung verfolgen
ich danke Euch für die Antworten und entschuldige mich, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe!
Ich möchte euch gerne vom aktuellen Stand berichten. Die vielen Ideen die ihr hattet - Danke!! - habe ich alle schon umgesetzt. Es hatte leider erstmal nicht geholfen, dass sich die Meinung groß ändert... aber mittlerweile dann doch!!! Die Besitzerin von Whisper meinte er könne bleiben!!! Ich gehe nach den letzten schwierigen Wochen aber leider nicht davon aus, dass es eine endgültige / gefestigte Entscheidung ist, aber so konnte erstmal Ruhe einkehren. Sollte das Thema Schlachter erneut aufkommen werde ich wahrscheinlich versuchen einen Käufer für ihn zu finden.
Zu der Frage zu seinem aktuellen Gesundheits- & Trainingszustand: Whisper hat Spat und chronischen Husten, leider wird hier wenig unternommen Er steht im Paddocktrail mit Möglichkeiten zur Bewegung, bekommt gutes Heu und bedarfsgerechtes Zusatzfutter. Ab und zu kommt eine Ostheopatin die mit der Besitzerin befreundet ist, sie darf an Whisper quasi ihre neuen Methoden testen, die dann hoffentlich auch ihm auch eine Hilfe sind. Er bekam hier zB öfters schon Akupunkturnadeln gesetzt die seine Atmung verbesserten. Sein Bemuskelungszustand ist momentan auch sehr schlecht, hieran wollte seine Reitbeteiligung hoch motiviert arbeiten. Sie hat ihn ja quasi "zur Verfügung" darf alles machen was sie möchte (sofern es Whisper gut tut). Leider hat sie sich seit einem Monat nicht mehr gemeldet und ist auch nicht erreichbar. Wir hoffen dass es nur an den Prüfungen liegt und sie bald wieder kommt, denn die beiden harmonierten sehr gut!! Aus diesem Grund misten mein Freund und ich Whisper momentan mit, obwohl meine Stute ja eigentlich in Vollpension steht. Wir packen mit an wo wir können, das wird nur nicht immer wo weitergehen können, da ich gerade Abschlussprüfung habe und mein Freund bald ein ein Jahr lang Prüfungen für das Staatsexamen. Aber soweit wir können helfen wir, das ist uns wichtig.
Soweit zum aktuellen Stand, Liebe Grüße & Danke euch!
aktueller Stand: Ich suche nach einem neuen Besitzer / Gnadenhofplatz für Whisper. Habe über 30 Gnadenhöfe angeschrieben, haben bisher fast alle abgesagt wegen Überfüllung... Habe Verkaufsanzeigen geschrieben. Habt ihr sonst noch Ideen, wie ich an einen passenden Platz auf Lebenszeit für ihn kommen könnte..?
oh mann...das tut mir sehr leid für Whisper und euch. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies eine schlimme Situation ist.
ist etwas bestimmtes vorgefallen, dass er jetzt doch gehen muss? Bei den Gandenhöfen hast du wahrscheinlich keinen Erfolg mehr gehabt...hast du es mal bei Tierschutzsendungen versucht? ich würde mich zwar auch nicht leicht vor die Kamera trauen, aber Fernsehn öffnet doch manchmal Türen.
Gab es schon Reaktionen auf dei "Verkaufsanzeige"?
Ich hoffe, hoffe, hoffe, dass es eine gute Lösung gibt! Alles liebe, Miriam